Die Geschichte des Seenotkreuzers
"Georg Breusing"
Die "Georg Breusing" im Emder Ratsdelft
Der Rettungskreuzer im Emder Ratsdelft

Mit der Namensgebung erinnerte die DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) seinerzeit an den Emder Oberzollinspektor "Georg Breusing" (1820-1882), der bereits am 2. März 1861 - und somit vier Jahre vor Gründung eines einheitlichen deutschen Seenotrettungswerkes - den "Verein zur Rettung Schiffbrüchiger in Ostfriesland" ins Leben gerufen hatte. In der Folgezeit konnte ein Netz von Rettungsstationen auf den ostfriesischen Inseln und entlang der Küste aufgebaut werden. 1868 schloß sich dieser Verein der DGzRS an.

Breusing wurde 1880 nach Kreuznach versetzt und etablierte dort einen Bezirksverein der Gesellschaft, den er bis zu seinem Tode leitete. Das Tochterboot des Seenotkreuzers wurde nach der Figur im Emder Stadtwappen "Engelke up de Muer" benannt. Die 26,60 m lange "Georg Breusing" war mit ihrem insgesamt 2.400 PS starken drei Maschinen 19 Knoten schnell. Sie wurde inzwischen von der moderneren und leistungsstärkeren »Alfried Krupp« auf Borkum abgelöst.

Ein "Weihnachtspräsent" ganz besonderer Art ist am Freitag, 23. Dezember 1988, gegen Mittag im Ratsdelft in Emden eingetroffen: Der ausgemusterte Seenotkreuzer "Georg Breusing". Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger bringt damit ihren Dank an die Bevölkerung für ihre ständige Unterstützung des Seenotrettungswerkes zum Ausdruck.

Das Boot war von 1963 bis Juli 1988 von der DGzRS-Station Borkum aus im harten Seenot-Einsatz, um ein durch zahlreiche Riffs und gefährliche Untiefen geprägtes und von Seeleuten aller Nationen respektvoll beachtetes Revier abzusichern. Die Besatzungen unter den Vormännern Wilhelm Eilers und später Karl-Friedrich Brückner retteten in den Jahren 1963 bis 1988 1.672 Menschen aus Seenot oder befreiten sie aus kritischen Gefahrensituationen.

Das Schiff wurde einem privaten Emder Förderverein, dem »Förderkreis Rettungskreuzer "Georg Breusing" e.V.« übergeben; er will die "Georg Breusing" als Museumsschiff erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich machen, um über das Rettungswerk zu informieren und neue Mitglieder und Förderer zu werben.

Offener Fahrstand Georg Breusing
Oberer Fahrstand der »Georg Breusing«

So ein offener Fahrstand auf der, in Borkum stationierten »Alfried Krupp« wurde in der Neujahrsnacht 1995 den beiden Rettungsleuten, Vormann Bernd Gruben und Maschinist Theo Fischer zum Verhängnis: Bei einer "Grundsee" im "Hubertgat" tauchte der Rettungskreuzer durch und verlor die beiden erfahrenen Rettungsleute. Obwohl so ein offener Fahrstand mehr "Gefühl" für die See bringt, hat man inzwischen begonnen, diese oberen Fahrstände mit Schutzabdeckungen versehen.

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